Tipps für Feinfühlige & Hochsensible
- Sabrina Blessing

- 16. Feb.
- 8 Min. Lesezeit
Über feine Wahrnehmung, Präsenz, Herzöffnung & Fremdenergie
In diesem Blogbeitrag möchte ich dir gerne meine persönlichen Tipps für Feinfühlige und Hochsensible mitgeben. Gerade im Bereich Energiearbeit können dir diese vielleicht ein paar gute Impulse geben und dich auf deinem Weg unterstützen.
In diesem Artikel erfährst du:

1. Energetisch Schützen?
Feinfühlige und Hochsensible, das sind für mich die Menschen, die „feine Antennen“ besitzen, die viel wahrnehmen und empathisch sind. Das ist bestimmt nicht die offizielle Definition, trifft es meiner Meinung nach aber ganz gut.
Es gibt diesen (aus meiner Sicht) veralteten Glauben, dass diese Menschen sich irgendwie energetisch besonders schützen müssten. Ich habe allerdings schon in meinem Tierkommunikations-Artikel angedeutet, dass eine Art energetischer Schutz oder Abgrenzung nicht immer die beste Lösung ist und noch dazu impliziert, dass es eine Gefahr gäbe.
Aber fangen wir von vorne an. Was ist eigentlich das Problem?
Ich höre es öfter von meinen Schülern, Kolleginnen und kenne es auch von mir selbst, das Phänomen, dass wir von unserer feinen Wahrnehmung manchmal einfach überfordert sind.
Dass uns gefühlt alles zu nah geht, dass uns schnell alles zu viel wird. Dass uns die tägliche Informationsflut und schlechten Nachrichten vielleicht mehr belasten als andere. Dass uns ein Beitrag über Tierleid auf Instagram nachts nicht schlafen lässt. Dass wir manchmal eine Art riesengroßen Weltschmerz fühlen. Dass wir nicht wissen, wie wir mit all dem Leid überall auf der Welt umgehen sollen und wie wir am besten helfen können.
Kommt dir das auch irgendwie bekannt vor?
Fakt ist, wir helfen niemandem, indem es uns schlecht geht.
Und wir können auch nur schwer helfen, wenn uns selbst die Kraft fehlt und wir am Limit sind.
Also müssen wir irgendwie damit umgehen lernen.
Wir brauchen unsere volle Power, um etwas zu bewegen.
Die Lösung kann nicht sein, dass die Feinfühligen und Empathischen sich zurückziehen - denn sie sind es ja, die die Missstände fühlen und darauf aufmerksam machen können.
Ich sehe die Lösung eher darin, dass wir in unsere volle Größe und Kraft kommen dürfen.
Hier sind ein paar Ansätze dazu.
2. Die (Seifenblasen-) Präsenz
Als ich selbst die Ausbildung zur Tierkommunikatorin gemacht habe, habe ich eine innere Haltung gelernt, die meine Lehrerin die „Präsenz“ genannt hat. Dabei geht man - vereinfacht gesagt - in einen Bewusstseinszustand, in dem man alles, was jemand dir gerade erzählt, wahrnimmt, aber nicht „aufnimmt“ oder „annimmt“.
Statt eine Schutzschicht oder Mauer aufzubauen und dich irgendwie energetisch abzugrenzen, wirst du einfach durchlässig. Das kostet dich viel weniger Kraft.
Es fühlt sich so an, als ob das Gesagte irgendwie durch dich hindurchfließen würde.
Es ist eine sehr neutrale Grundhaltung, die einem z.B. in professionellen Tierkommunikationen mit Klienten helfen kann. Dadurch wirst du z.B. nicht selbst traurig, wenn du eine traurige Botschaft von einem Tier erhältst oder kannst auch mit schwierigeren, fordernden Kunden besser umgehen. Das bedeutet aber im Gegenzug nicht, dass du dadurch total emotionslos und „kalt“ reagierst.
Du bewertest nicht, was dir jemand gerade erzählt oder was um dich herum geschieht. Du beobachtest einfach nur.
Du kannst es dir so vorstellen, als hättest du eine stabile Seifenblase um dich herum, die dich alles mit ein bisschen mehr Abstand betrachten lässt. Und das führt mich direkt zum nächsten Punkt.
3. Raum einnehmen
Durch die Visualisierung von Abstand nimmst du automatisch mehr Raum ein.
Und das ist es, was mir den entscheidenden Wendepunkt gebracht hat. Wenn alles „zu nah“ dran ist, kann die Lösung nicht sein, sich energetisch irgendwie abzuschotten oder abzugrenzen. Das würde dich irgendwann nur zu sehr isolieren. Wir sind soziale Wesen, wir brauchen den Austausch. Wir müssen nur einen Weg finden, mit den Herausforderungen dabei umzugehen.
Wenn uns alles "zu nah" geht, brauchen wir mehr Raum.
Ich rate meinen SchülerInnen z.B. sich bei einer Tierkommunikation die Nähe oder Distanz auch gerne räumlich vorzustellen. Um die Verbindung mit einem fremden Tier herzustellen, kann man sich gedanklich eine Begrüßung mit ihm vorstellen, man kann sich vorstellen, als würde man sich auf einer Brücke oder einem Regenbogen treffen und dann entscheiden, wie nah man aufeinander zugeht.
Dieses Spiel der Vorstellung von räumlicher Nähe und Distanz kann zu Beginn etwas Übung erfordern, bis man seine persönliche Wohlfühlzone auf der geistigen/energetischen Ebene gefunden hat.
Es gibt ja auch auf der körperlichen Ebene die sogenannten Distanzzonen.
Man unterscheidet vier Hauptbereiche:
Intimdistanz (0-50 cm)
Persönliche Distanz (50 cm-1,5 m)
Sozialdistanz (1,5-3,5 m) und
Öffentliche Distanz (>3,5 m)
Die Einhaltung dieser Zonen reguliert das Wohlbefinden in der Kommunikation. Genau das kannst du auch auf die nicht-physische, sondern geistige Ebene übertragen, wenn du energetisch arbeitest.
Statt dich also (energetisch) zurückzuziehen – nimm mehr Raum ein. Breite dich aus, werde groß.
Ich habe hierzu diese Meditation für dich aufgenommen:
4. Herzöffnung
Die Vorstellung von energetischem Schützen oder einer Abgrenzung kann außerdem dazu führen, dass du dich kleinmachst, zurückhältst und das Gefühl hast, nicht voranzukommen.
Vielleicht kennst du sogar das Gefühl, gegen unsichtbare Mauern anzurennen? Ich hatte das jahrelang, weil ich emotional eine große Schutzmauer um mich herum aufgebaut hatte. Es fiel mir schwer, mich zu öffnen und mich zu zeigen, wie ich bin. Manchmal geht mir das auch heute noch so.
Sein Herz zu öffnen, kann einen am Anfang sehr verletzlich und leicht angreifbar fühlen lassen. Bis man erkennt, dass im Herzen eigentlich die größte Stärke und Kraftquelle überhaupt liegt.
Und dass man sich nur schwächer oder hilfloser fühlt, wenn man sein Herz verschließt, um sich (vermeintlich) zu schützen.
So paradox es klingen mag: es ist keine (Herz-) Mauer, die uns schützt, sondern unsere grenzenlose Herzenskraft.
Herzöffnung ist aus meiner Sicht ein sehr sensibler Prozess für den man sich Ruhe und Zeit nehmen sollte. Schließlich gibt es ja einen Grund und Auslöser, warum man sich überhaupt erst verschlossen hat. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern schrittweise.

Mein Pony Finna hatte dazu in einer Tierkommunikation im Sommer 2022 folgendes zu sagen:
Sabrina: Hast du einen Tipp, wie ich noch mehr in Verbindung gehen und mein Herz öffnen kann?
Finna: Ja, so wie jetzt. Es ist ein Zulassen. Öffnen. Es ist nichts Anstrengendes. Erfordert nur Mut, wenn man sehr verletzlich ist. Es ist Übungssache und Wille, wie mit allem. Bereit sein.
Sabrina: Und so konkrete Tipps? Anleitung? Methoden?
Finna: Selbstliebe. Im Moment sein. Vertrauen üben. Es nicht zwanghaft versuchen und als To Do sehen, sondern geschehen lassen in einem achtsamen Moment.
Sabrina: Danke, dass ich mir dir über alles reden kann. Ich vermisse dich und weiß gar nicht wieso, weil du doch hier neben mir stehst.
Finna: Du vermisst die Verbindung zu dir, zu allem. Öffnung. Leya und ich zeigen dir, wie es geht. Du bist nur "festgehaltene" Verbindung gewohnt und es braucht Zeit für "freie".
[…]
Sabrina: Hast du auch noch einen Tipp für mich, wie ich meine Hoch's & Tief's besser verarbeiten kann? So viel Energie und dann plötzlich wieder so leer.
Finna: Das willst du ja eh wieder nicht hören, aber gewisse Routinen und ein Rhythmus würden dir schon Stabilität geben. Atmen. Pausen.
Sabrina: Ich will das jetzt häufiger machen, mich öffnen.
Finna: Wir werden sehen. Ich glaube an dich.

Wie öffnet man nun sein Herz?
Eine genaue Anleitung kann ich dir da leider auch nicht liefern, da dies ganz individuell ist.
Grundlegend zähle ich mal alles dazu, wobei du deinem Innersten Ausdruck verleihst, wobei du deinem Inneren, dir selbst, deiner Essenz mehr Raum gibst.
Das kann durchs Tagebuch schreiben geschehen, durchs journeln. Das kann geschehen, wenn du mit jemandem über etwas sehr persönliches / privates sprichst, etwas, bei dem du dich eben öffnest.
Das kann geschehen, wenn du malst, singst oder tanzt.
Es kann geschehen, wenn du bis zur Erschöpfung rennst, schreist oder weinst, wenn es bei dir erstmal darum geht, dich von Druck, Wut oder anderen angestauten Gefühlen zu befreien.
Es kann geschehen in Momenten, in denen du berührt wirst. Emotional oder auch körperlich, z.B. bei einer Massage oder Reiki-Anwendung.
Es kann von allein geschehen, wenn du dich nicht mehr ablenkst oder betäubst mit Arbeit, To Do’s, Partys, Fernsehen oder Social Media. Wenn du dir bewusst Zeit und Raum dafür nimmst.
Und manchmal öffnet sich dein Herz auch einfach, wenn jemand offen auf dich zugeht.
In meinem Fall sind das meistens meine Tiere. Wie kann sich bei ihrem Anblick auch nicht mein Herz öffnen, bei so viel Liebe, die ich für sie empfinde?
Siehe mein Instagram-Beitrag vom 2. Januar 2020
5. Halt in dir finden
Ein anderer Aspekt, der hier meiner Meinung nach auch eine Rolle spielt, ist das Gefühl „Halt in dir zu finden“. Wir nehmen oft so viel von anderen im Außen wahr, erfahren so viel Beeinflussung durch Medien und sind im Alltag so viel nur „am Reagieren“, dass man sich dabei schnell mal wie ein Fähnchen im Wind fühlen kann. Getrieben. Gehetzt. Fremdbestimmt.
Sehnst du dich manchmal auch nach dem Gefühl, irgendwann, irgendwo anzukommen?
Wer bist du, wenn du wirklich du bist?
Auch hierbei können dir Visualisierungsübungen und Meditationen zum Thema Herzöffnung und energetische Ausdehnung helfen.
Mir helfen dabei aber auch vor allem körperorientierte Ansätze, wie zum Beispiel diese einfachen QiGong-Bewegungen zum Nachmachen oder kleine Atemübungen wie diese oder diese hier.
6. Fremdenergie
Gerne möchte ich auch noch meine Sicht auf das Thema „Fremdenergie“ mit dir teilen. In der esoterischen Bubble habe ich hier schon oft gehört oder gelesen, wie man sich am besten von „Fremdenergie“ reinigt oder sich davor schützt. So als wäre sie ein gefährliches Virus.
Ich finde das Thema wird oft dramatisiert.
Bleiben wir beim Beispiel Tierkommunikation. Stell dir vor, du bist sehr feinfühlig und kannst während der Verbindung mit einem Hund wahrnehmen, dass er an der rechten Vorderpfote verletzt ist und nach der Tierkommunikation tut dir dann plötzlich selbst die rechte Hand weh. Bist du jetzt von einer schlechten Fremdenergie befallen? Hast du jetzt vermeintlich dem Hund eine Krankheit abgenommen, so wie es Tiere angeblich oft für uns Menschen tun? Musst du jetzt aufwändige Reinigungsrituale durchführen und viel räuchern?
Nein.
Du brauchst dir lediglich bewusst machen, dass es „nicht deins“ ist. Das Gefühl, dass die rechte Hand bzw. rechte Vorderpfote schmerzt, ist hier einfach nur eine Information. Wie eine Nachricht, die du per WhatsApp bekommst. Du entscheidest, was du damit anfängst, was du damit machst. Ist das eine wichtige Nachricht? Willst du dir davon vielleicht einen Screenshot machen, den ausdrucken und an den Kühlschrank hängen, damit du sie dir immer wieder anschauen und ins Bewusstsein rufen kannst? Oder nimmst du sie einfach nur zur Kenntnis und vergisst sie dann? Löschst du sie? Leitest du sie weiter?
Eine Nachricht ist erstmal per se nicht schädlich. Es kommt darauf an, wie du sie bewertest und was du damit machst.
Und um zu wissen, wie du mit einer Nachricht alias Fremdenergie umgehst, musst du dir erstmal überhaupt bewusst sein, dass du gerade welche empfangen hast.
Im Alltag nehmen wir so viele Stimmungen wahr, sind mit vielen Menschen im Austausch und müssen viele Reize und Informationen verarbeiten, dass gerade dies manchmal gar nicht so einfach ist. Aber dafür gibt es einen einfachen Trick.
Frage dich selbst: „Ist das meins?“
Ich mache das oft, wenn ich scheinbar grundlos schlecht drauf bin. Und dann spüre ich in meinen Körper hinein. Oft bekomme ich sehr schnell das Feedback „Nein“ und damit geht es mir erstaunlicherweise direkt besser. Ich kann dann wieder freier durchatmen.
Wenn ein „Ja“ kommt, frage ich mich selbst bzw. meinen Körper weiter „Hunger oder Durst?“ und dann ist die Ursache meist auch ziemlich schnell klar! Mit Hangry-Gefühlen ist eben nicht zu spaßen 😉
Im Ernst, es kommt darauf an, wie wir damit umgehen und wie viel Bedeutung wir etwas beimessen. Wie viel Aufmerksamkeit wir etwas schenken.
Ich habe es ja auch schon im kostenlosen Webinar zur Tierkommunikation & Tierenergetik erwähnt: unsere Aufmerksamkeit ist der Schlüssel in der Energiearbeit. Energy flows, where focus goes. Mit unserer Aufmerksamkeit lenken wir unsere Energie und nehmen Einfluss, auf uns selbst, unseren Körper und unsere Umwelt.
Bist du achtsam mit deinen Gedanken, Gefühlen und Bewertungen und setzt dich vielleicht auch mal kurz mit den schwierigeren auseinander, ist der Umgang mit Fremdenergie einfach ein Teil des Spiels namens Energiearbeit. Etwas das man lernen und üben kann und nichts, wovor man Angst haben bräuchte.
Und auch hier gilt der Vergleich mit der materiellen Ebene: natürlich kannst du Visualisierungsübungen zum Reinigen deiner Energie nutzen. Ich mache das selbst auch. Genauso wie ich „den Schmutz des Alltags“ loswerde und meinen Körper reinige, indem ich dusche. Ich will diesen energetischen Übungen keinesfalls die Nützlichkeit absprechen. Ich möchte an dieser Stelle nur sensibilisieren, dass man keine Angst vor Fremdenergie haben braucht. Ich habe in der Bubble nämlich schon von dem ein oder anderen gehört, der sich davon ganz verrückt hat machen lassen. Also lasst euch davon nicht anstecken 😉
Hat dir der Blogbeitrag geholfen? Hast du noch mehr Tipps?
Ich freue mich auf dein Feedback :)
Sabrina



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